Ärztemangel im ländlichen Raum

Ärztemangel im ländlichen Raum trifft auch immer mehr Diabetiker

In dieser Woche traf sich Jenny Groß MdL mit der ehemaligen Chefärztin der Inneren Medizin am Evangelischen Krankenhaus Dierdorf/Selters (KHDS), Dr. med. Ognjenka Popovic. Anlass des Gesprächs war u.a. die Auszeichnung des goldenen Kronenkreuzes der Diakonie an Dr. med. Popovic des Krankenhauses in Dierdorf/Selters sowie die diversen Unterredungen an Anfragen von betroffenen Bürgerinnen und Bürger an die Abgeordnete zum Thema Diabetes. Da Jenny Groß bereits als erfahrene Lehrerin mit betroffenen Schülerinnen und Schülern und deren Eltern sowie dem Verein der Zuckerkids zu tun hatte und hat, war es ihr eine Freude, die anerkannte Diabetologin einzuladen. Frau Dr. Popovic, die selbst Fachärztin u.a. für Diabetologie ist, gab spannende Einblicke in aktuelle Entwicklungen im Bereich der Versorgung Betroffener bzgl. der zur Verfügung stehenden Hilfsmittel, aber auch auf dem Gebiet einer evtl. eines Tages möglichen Desensibilisierung. Sie selbst wirkt in diversen internationalen Gremien aktiv mit und bezeichnete Diabetes als Krankheit, die sich in Zukunft immer weiter ausbreite, wenn sich die Gewohnheiten in der Gesellschaft nicht änderten. Hier beklagte sie u.a. die Macht der Lobbyisten der Lebensmittelbranche.

Bzgl. der Versorgung von Patienten im ländlichen Raum machte Frau Dr. Popovic klar, dass der Ärztemangel dazu führe, dass die Kliniken teilweise auffangen müssten, was die Praxen vor Ort auch aufgrund der zeitlichen Belastung durch eine intensive Beratung nicht mehr leisten könnten. Die Beseitigung dieses Missstandes liegt der Westerwälder Landtagsabgeordneten Jenny Groß ohnehin am Herzen: „Die Prämie für die Niederlassung bzw. Praxisübernahme als Hausarzt in Rheinland-Pfalz wurde erst kürzlich deutlich gesenkt und macht unser Land damit unattraktiver für Allgemeinmediziner. Das ist in der aktuellen Lage ein Teufelskreis, den wir schnellst möglich wieder verlassen müssen, um unseren Bürgerinnen und Bürgern eine bestmögliche Versorgung bieten zu können.“ Jenny Groß und Frau Dr. Popovic vereinbarten, im Gespräch zu bleiben und sich mit von Diabetes Betroffenen zu treffen, auch um die umfangreichen Hilfsangebote des KHDS publik zu machen. Jenny Groß bedankte sich herzlich für diese Bereitschaft und das große Engagement, auch im Ruhestand für die Sache zu arbeiten.