Polizei Montabaur unter neuer Leitung – bewährte Arbeit setzt sich fort

Verhalten gegenüber der Polizei rückt erneut und immer dringender in den Vordergrund

Montabaur. Immer häufiger nehmen die Bürgerinnen und Bürger wahr, dass der Umgang mit der Polizei im Fokus der gesellschaftlichen Debatte steht. Jüngst besuchte die CDU Landtagsabgeordnete Jenny Groß die Polizei in Montabaur und konnte dort, neben dem Kennenlernen der neuen Führungsmannschaft vor Ort, auch Gespräche über die Herausforderungen der Polizei führen. Der Polizeidirektor Christof Weiterhagen (Leiter der Polizeidirektion Montabaur), Martin Velten, Erster Polizeihauptkommissar und Leiter der Polizeiinspektion Montabaur sowie der Leiter der Kriminalinspektion, Lars Weiler (Kriminaloberrat), freuten sich, dass der gegenseitige Antrittsbesuch stattfinden konnte und die viele Bereiche der Sicherheit besprochen wurden.

Neben dem Lockdown und der Corona-Pandemie waren zunächst die aktuellen Ereignisse in Stuttgart Hauptgesprächsthema. Dort war nach einer Polizeikontrolle die Stimmung gegen die Polizei derart gravierend gekippt, dass es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kam, wobei die Beamten physisch und psychisch heftig attackiert wurden, einige sogar mit schweren Verletzungen. Die Ermittlungen sind lange noch nicht abgeschlossen, die Gründe liegen noch im Unklaren. Jenny Groß MdL positionierte sich klar auf die Seite der Polizei und sagte: „Ich stehe hinter allen Polizistinnen und Polizisten, die sich um unsere Sicherheit kümmern und tagtäglich in vielen Einsätzen für Recht und Ordnung zu sorgen. Mein Vertrauen in ihre Arbeit ist selbstverständlich.“ Auch die Westerwälder Beamten bemerken einen Wandel der Bevölkerung im Umgang mit der Polizei. Immer häufiger werden die Beamtinnen und Beamten während ihren Einsätzen angespuckt, oft zielgerichtet in das Gesicht. „Das ist aber auch schon vor der Pandemie ein ständig präsentes Thema in unseren Reihen gewesen“, erläuterte Velten. Eine mögliche Erklärung sei, dass das Spucken die letzte Handlungsoption eines gefesselten Festgenommenen sei. „Doch eine solche erniedrigende Behandlung hinterlässt Spuren“, das bestätigten alle Anwesenden.

Während in vielen Teilen der Bundesrepublik davon berichtet wurde, dass die Polizei vermehrt Einsätze im Zuge von großen Menschenaufkommens auf öffentlichen Plätzen oder auch beim Verstoß gegen die Bekämpfungsverordnung hatte, war es im Westerwald recht ruhig. Während des Lockdowns und der Pandemie kam es im Westerwald nicht zu vermehrten Vergehen, bestätigen die drei Polizisten unisono. Weitersagen und Velten lobten in diesem Zusammenhang zum Einen die Zusammenarbeit mit den kommunalen Ordnungsbehörden. „Das war wirklich kooperativ und behördenübergreifend gut.“ Zum Anderen aber auch das Verhalten der Bürger. Bis auf wenige Ausnahmen hätten sich die Menschen an die Beschränkungen gehalten. Velten ist überzeugt, dass das Leben in der Region, die genügend Rückzugsorte bietet, erheblich dazu beigetragen habe. „Wer spazieren gehen wollte, konnte das im Wald tun und auch Einzelsport unter freiem Himmel war, anders als in anderen Ländern, jederzeit möglich.“

Einen Anstieg verzeichneten die Polizisten in den letzten Jahren im Bereich der Betäubungsmittel-Delikte. „Das kommt gehäuft vor. Wir stellen bei Fahrzeugkontrollen öfter Gesetzesübertretungen und Konsum von Betäubungsmitteln fest als vor ein paar Jahren,“ sagt Lars Weiler, Leiter Kriminalinspektion. Auch die steigende Relevanz der Kriminalität im Netz und den Herausforderungen für die Prävention und die Fahndung wurde thematisiert. Die Auswertung großer Datenmengen binde Personal und erfordere kostenintensivere EDV-Unterstützung, damit Netzkriminalität und Kinderpornographie wirkungsvoll bekämpft werden können. Jenny Groß, die auch Mitglied im Ausschuss für Familie und Jugend ist, wird diese Thematik mit in ihre Arbeit aufnehmen und es an die entsprechenden Stellen in Mainz weiterleiten.