Das Zeitalter atemberaubender Schnelligkeit von Digitalität und Technologie annehmen und effektiv nutzen

Die Digitalität und Technologie sind Fluch und Segen zugleich. Doch sie zu ignorieren, um ihnen vielleicht weniger zu begegnen, scheint sträflich leichtsinnig. Gerade und vor allem in der Politik und Verwaltung. Deswegen beschäftigte sich die Zukunftswerkstatt der CDU Westerwald unter dem Motto „Wirtschaft, Gesellschaft, Politik - Leben total digital?“ mit dem Thema. Dazu waren die Landtagsabgeordnete Ellen Demuth und der IT-Experte der saarländischen Regierung, Amaar Alkassar, ins Gemeindehaus nach Wallmerod gekommen, um mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern unter der Leitung der stellvertretenden Kreisvorsitzenden und Landtagsabgeordneten Jenny Groß ihre Einschätzungen zu diskutieren.

Agilität ist dabei das Schlagwort der Stunde. Demuth und Alkassar machten die rasante Entwicklung in der Welt deutlich, seit die Digitalisierung und damit verbunden sich die daraus entwickelnden Technologien Einzug gehalten haben. Die weltgrößten Konzerne wie Google oder Facebook sind kaum älter oder sogar noch jünger als 20 Jahre und heute Branchenführer.

Was aber bedeutet das für die gesellschaftspolitische Entwicklung und was ist zu tun, um nicht abgehängt zu werden? Alkassar, seit 2018 als IT-Experte im Dienst des saarländischen Ministerpräsidenten Tobias Hans hat in dem kleinen Flächenland bereits viel bewegt. Er appelliert an die Führungskräfte, die Zielsetzung festzulegen, wo sie in zehn Jahren stehen wollen. Dazu brauche es vor allem Mut zur Verantwortlichkeit und strukturenunabhängiges Denken, um Entwicklung zuzulassen. Als konkretes Beispiel nannte er das vereinfachte, bürgernahe Ausfüllen von vielen Anträgen, die verwaltungstechnisch zu größerer Effizienz führten. Aber auch das Loslassen von festetablierten Denkweisen, heute sitzen Gründer von Start-up-Unternehmen nicht mehr in Geschäftsräumen, sondern in Kinder- und Jugendzimmer. Und das auch im ländlichen Bereich.

Genau das, so Demuth, sei das Problem. Gerade im ländlichen Bereich fehle es an ausreichender Breitbandversorgung. „Der Westerwald ist im Vergleich zu Gebieten an der Mosel oder in der Pfalz noch recht gut versorgt“, betonte Demuth. Die Landesregierung aber betreibe Augenwischerei. Immer wieder verschiebe sie die geplante Giga-Bit-Versorgung, kürzlich erneut bis ins Jahr 2025, und bei den Bürgerinnen und Bürger entstehe das Gefühl, dass nichts Neues kommt. Sie wenden sich von Staat und Politik ab und dabei werde schlussendlich das Gefühl des allein gelassen Werdens immer größer.

Zukunftswerkstatt Digitalisierung 2020 2

Die abschließende Diskussion drehte sich zentral um die Themen Zielsetzung sowie Strategiebedürftigkeit.