Gespräch mit Staatssekretär Dr. Alexander Wilhelm

Zu einem Gespräch mit Staatssekretär Dr. Alexander Wilhelm war ich jüngst im Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie geladen. Die Themen waren vielfältig und selbstverständlich stand die ärztliche Versorgung auf dem Land, Situation der Krankenhäuser, die Landarztquote sowie die Lage der sich niederlassenden Ärzte im RLP auf dem Tableau.

In Kürze ein paar Eckpunkte:

  • es gibt kein Datum, bis wann die Entscheidung für den Bau des neuen KH in Hattert/Müschenbach getroffen sein muss von Seiten des Ministeriums.
  • Anmeldung für eine Landarztquote läuft ab dem 1.3: natürlich kann sich jeder Interessierte darauf bewerben. Es gibt keinen Landeskinderbonus. Meiner Meinung nach müssen die Studienplätze für Humanmedizin grundsätzlich deutlich erhöht werden, die Quote alleine reicht nicht. Zudem sind es pro Jahr, nicht Semester, rund 33 Studierende. Wenn das Land ernsthaft möchte, dass es mehr Ärzte gibt, müssen mehr ausgebildet werden. Hier bedarf es auch der gründlichen Überlegung, ob nicht ein weiterer Studienstandort wie Trier hier eine weitere Lösung sein kann.
  • Situation nach Ärzten auf dem Land wird mit individuellen Lösungen angegangen, jede Kommune sucht nach Lösungen, Land gibt keine vor.
  • Sehr spannend: Die KV RLP hat die Mittel für eine Niederlassung/Praxisübernahme deutlich gekürzt seit dem 1.1.2020: von 60.000 € auf 39.000 € oder 19.500 € bei hälftigem Versorgungsauftrag. Hiervon wusste keiner etwas und es ist ein völliges Unding, wie die KV, die sich ebenso um die Förderung der medizinischen Versorgung im Land kümmert, dies klammheimlich durchzieht. Die Förderrichtlinien so drastisch zu ändern heißt für Interessierte Ärzte, dass es teils deutlich lukrativer ist, sich bspw in NRW oder Hesswn sesshaft zu machen.
  • Welche Region ein Fördergebiet darstellt, legt die KV zum 1.1. und 1.7 eines Jahres fest. Brisant: dort sind, laut eigener Karte auf der KV-RLP Seite (https://www.kv-rlp.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Mitglieder/Service/KV-Normen/Strukturfonds/Karte_Hausaerzte.pdf), viele Gebiete im Norden nicht förderfähig. Wir wissen alle, wieviele Ärzte in der Region noch im hohen Alter ihrem Beruf nachgehen, oft nur, damit die Menschen medizinisch versorgt sind und sie, gemäß ihres Berufsethos, helfen möchten - auch im hohen Alter. Wie kann es also sein, dass dieser Faktor, dass in Kürze viele niedergelassene Ärzte in Rente gehen, nicht berücksichtigt wird.

    Das Land und die KV müssen aktiv werden! Auch von mir wird es an die KV RLP einen Brief geben, indem ich die Zuständigen genau dies frage.

Wenn wir alle wirklich wollen, dass die medizinische Versorgung stabil bleibt, muss gehandelt werden und alle Akteure müssen ihren Beitrag leisten!