Schulverwaltungsprogramm sorgt weiter für Frust an den Schulen

Die Schulen im Land müssen das Schulverwaltungsprogramm edoo.sys für die Erstellung der amtlichen Schulstatistik sowie für die Verwaltung von Noten, Klassen, Schülern und Lehrern nutzen.
In zahlreichen Gesprächen mit Schulleitern und Bildungsverbänden wurden der bildungspolitischen Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, Jenny Groß MdL, sowie ihren Arbeitskreiskolleginnen und Kollegen in den vergangenen Monaten mehrfach schwerwiegende Probleme im Umgang mit der Software für die zu erstellende Schulstatistik berichtet.

Die Westerwälder Abgeordnete hat sich den Sorgen der Schulleiter angenommen und das Thema erneut als CDU-Antrag auf die Tagesordnung für den Bildungssauschuss gesetzt und darüber hinaus mehrere Kleine Anfragen an die Landesregierung gestellt.
Deutlich stellte sich heraus, dass die Kommunikation zwischen Schule und Ministerium und des technischen Supports hängt und die Chance, eine Aufstockung des Schulverwaltungspersonal oder der Schulleitungen von Seiten des Landes vertan wurde. Beides wäre im Vorfeld der Scharfschaltung des neuen Schulverwaltungsprogramms edoo.sys möglich gewesen, doch das Land hat die insbesondere an Grundschulen niedrigen Stunden der Schulverwaltung belassen und auch die Entlastungsstunden für die Schulleitung nicht erhöht.

„Wenn Rheinland-Pfalz noch immer auf das WIBERA Gutachten von Anfang der 70er Jahre für eine Zuteilung des Stundendeputates an Schulverwaltungsmitarbeitern zurückgreift und noch nicht eingesehen hat, dass sich Schule auch im administrativen Bereich massiv verändert hat, ist es umso schlimmer, dass die Last der Systemumstellung einmal mehr auf dem Rücken der Schulleitungen und den Schulverwaltungsmitarbeitern ausgetragen wird,“ so Jenny Groß.

„Die Antworten der Landesregierung und des Bildungsministeriums, sowohl im Ausschuss als auch auf meine parlamentarischen Anfragen, sind sehr ernüchternd. Mich sorgt vor allem die große Diskrepanz zwischen der von der Landesregierung beschriebenen gut funktionierenden Theorie und die von den Schulleitungen monierten Probleme und Herausforderungen in der Realität“, erklärt Jenny Groß.

„So antwortet die Landesregierung, dass das System maßgeschneidert für die Anforderungen der rheinland-pfälzischen Schulen entwickelt wurde und seit dem Projektstart ein enger Austausch zwischen Bildungsministerium, den Schulleitungen und Verbänden stattfand. Allerdings ist es dann verwunderlich, dass das seit 2011 bestehende Programm augenscheinlich nicht funktioniert und mit großen Schwierigkeiten für die Schulleitungen einhergeht, obwohl man doch „im engen“ Austausch all die Jahre war. Schulen und Verbände melden uns zurück, dass es eben keinen Austausch gegeben habe.“
Die bildungspolitische Sprecherin weiter: „Vor allem die Antwort des Landes, man habe den Schulen eine Abgabefristverlängerung ermöglicht und sich im Oktober und November dieses Jahrs vermehrt mit allen Beteiligten getroffen, lässt für mich nur den Schluss zu, dass in den letzten Jahren hier gravierend etwas schieflief, das Programm nicht realitätstauglich ist und man erst nach Häufung der Probleme seitens des Landes aktiv wird“, schlussfolgert Jenny Groß.

Besonders an Grundschulen und Gymnasien verzweifeln die Schulleitungen regelrecht an dem Verwaltungsprogramm, welches sie ja zusätzlich zu den Corona-Herausforderungen derzeit bearbeiten müssen, wie nicht nur die Rückmeldungen in den Gesprächen, sondern auch die Anzahl der gestellten Support-Anfragen zeigen.

„Zwar können Schulen in begründeten Ausnahmefällen die Statistik später als der Stichtag 06. Dezember abgeben, aber an dem grundsätzlichen Problem mit der Software ändert diese Möglichkeit auch nichts. Die Landesregierung agiert wie so oft zu passiv und löst Probleme eher flickschusterartig und nicht an der „Wurzel“ selbst“, so das enttäuschte Fazit der CDU-Obfrau des Bildungsausschusses.